Kurzarbeit und Erwerbsersatzentschädigungen

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Deklaration der Löhne?

Im Frühjahr hat Sie die eec zu wichtigen Themen rund um das Thema Corona informiert. Jetzt geht es mit schnellen Schritten dem Jahresende und den damit verbundenen Arbeiten entgegen. Eine Aufgabe wird das Ausfüllen der jährlichen Lohnsummendeklarationen sein. Dabei stellt sich die Frage: Welchen Einfluss haben Kurzarbeit infolge Corona und/oder die Corona-Erwerbsersatzentschädigung auf die Deklaration der Löhne?

Personenversicherungen

Die Ausgangsbasis für die Deklaration der Lohnsummen im Bereich der Personenversicherungen ist grundsätzlich der AHV-pflichtige Lohn. Genaue Informationen zum massgebenden Lohn finden Sie im Dokument Lohnbeiträge an die AHV, die IV und die EO der AHV unter Ziffer 10.

Bitte beachten Sie insbesondere Punkt 11: «Welche Entgelte gehören nicht zum massgeben Lohn?» So können beispielsweise Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität vom massgebenden Lohn abgezogen werden.

Was heisst das für die Deklaration der Taggeldentschädigungen infolge Covid-19?

Unfallversicherung

Versicherungsleistungen, welche bei Unfall, Krankheit oder Invalidität erbracht werden, können vom massgebenden Lohn abgezogen werden. Gemäss Auskunft der Suva gehören Corona-Erwerbsersatzentschädigungen zum massgebenden Lohn in der AHV, nicht aber zum prämienpflichtigen Verdienst im UVG. Somit werden diese Entschädigungen wie normale EO-Entschädigungen behandelt und sind nicht UVG-pflichtig, müssen also nicht deklariert werden.

In Zusammenhang mit Covid-19 hält die Suva Folgendes fest: «Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und Auftragslage vieler Schweizer Unternehmen. Arbeitnehmende arbeiten während den Phasen von Kurzarbeit nicht ihr volles Pensum. Dadurch geschehen weniger Berufsunfälle. Im Schreiben der Suva vom 8. April 2020 wurde den versicherten Betrieben mitgeteilt, dass die Suva im Rahmen der Corona-Sonderregelung auf einen Teil der Prämien rückwirkend verzichtet. Es handelt sich um die Prämien der versicherten Löhne, welche durch die Kurzarbeitsentschädigung gedeckt sind. In der Folge hielt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Suva an, mit den anderen Unfallversicherern eine gemeinsame Lösung zu finden, die nicht auf einer rückwirkenden Prämienanpassung basiert. Diese sieht wie folgt aus:

Aufgrund der Corona-Pandemie werden für 2020 in einigen Branchen weniger Unfälle erwartet und damit in den entsprechenden Risikoklassen tiefere Kosten. Dadurch resultieren ausserordentliche Prämienüberschüsse. Diese können sich sowohl in der Berufsunfallversicherung als auch in der Nichtberufsunfallversicherung ergeben. Allfällige Überschüsse werden den Kunden mit der Prämie 2022 gutgeschrieben. Alle Betriebe der gleichen Branche erhalten im Verhältnis zu ihrer Nettoprämie die gleiche prozentuale Reduktion.»

Was heisst das für die versicherten Betriebe konkret? Diese müssen nichts weiter unternehmen, da die Suva keine weiteren Angaben benötigt. Falls die Unfallkosten in der jeweiligen Branche im Jahr 2020 gesunken sind, werden die betroffenen Betriebe im Herbst des kommenden Jahres anlässlich der Prämienverfügung 2022 über die reduzierte Prämienrechnung informiert.

Unfallzusatzversicherung

Die Löhne sind analog der Vorjahre zu deklarieren, die Corona-Erwerbsersatzentschädigung hat keinen Einfluss auf die UVG-Zusatzversicherung.

Krankentaggeldversicherung

Auch hier werden die Taggeldentschädigungen der Ausgleichskassen aufgrund Covid-19 analog den anderen Entschädigungen der Erwerbsersatzordnung (Militär, Mutterschaft) gehandhabt, d.h. im Bereich Krankentaggeld sind diese Entschädigungen prämienpflichtig, müssen also deklariert werden.

Berufliche Vorsorge

Die Lohnsummendeklarationen (Löhne werden für das kommende Jahr im Voraus deklariert) sind analog der Vorjahre auszufüllen, die Corona-Erwerbsersatzentschädigung hat hier keinen Einfluss.

Information zur Kurzarbeitsentschädigung:

Beziehen Arbeitnehmer/innen aufgrund von Kurzarbeit keinen oder einen verminderten Lohn, so muss der Verdienst berücksichtigt werden, den er/sie ohne Kurzarbeit erzielt hätte. Das heisst, es muss in jedem Fall der vertraglich vereinbarte Lohn in voller Höhe deklariert werden.

Betriebshaftpflichtversicherung

Massgebend für die Deklaration der Lohnsumme ist auch hier die AHV-pflichtige Bruttolohnsumme. Verschiedene Versicherer bieten Sonderlösungen an, beispielsweise die

  • Zurich Versicherung: Bei der Zurich können die von der Arbeitslosenversicherung wegen Covid-19 bezogenen Kurzarbeitsentschädigungen von der zu deklarierenden AHV-pflichtigen Bruttolohnsumme in Abzug gebracht werden. Sollten Sie hiervon betroffen sein, wenden Sie sich an die eec, wir erklären Ihnen gerne die Einzelheiten.
  • Allianz Suisse: Ein genereller Abzug der Kurzarbeitsentschädigung bei der zu deklarierenden Lohnsumme ist bei der Allianz nicht möglich. Bei Verträgen, bei denen sich durch die Covid-19-Pandemie die Risikosituation nachweislich massgeblich verringert hat und dies in den Prämienberechnungsgrundlagen nicht berücksichtigt wird, ist die Allianz gerne bereit, individuelle Lösungen zu suchen, um der effektiven Risikosituation Rechnung zu tragen. Nehmen Sie mit der eec Kontakt auf, wir besprechen hierzu gerne das weitere Vorgehen mit Ihnen.

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Sollten auch andere Versicherer Sonderlösungen anbieten in Bezug auf die Lohnsummendeklarationen, werden Sie als Kunde direkt von den Gesellschaften informiert. Schenken Sie den Schreiben der Versicherer dieses Jahr also besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Sie Fragen haben oder Unklarheiten bestehen, dann rufen Sie uns bitte an. Wir von der eec sind gerne für Sie da.

Christian Egeli

Christian Egeli
Leiter Versicherungen
c.egeli@eev.ch
+41 31 380 10 21

Eva Schneider

Eva Schneider
Versicherungsfachfrau
e.schneider@eev.ch
+41 31 380 10 33

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